Produktionen

DIE LEARS nach der Tragödie von William Shakespeare  /// Wiener Festwochen, HAU 2, Neumarkt Theater ///
MISS SARA SAMPSON von LESSING  /// GORKI BERLIN PREMIERE 10. NOVEMBER ///
TANGER UNPLUGGED   

von mike müller, barbara weber und ensemble

premiere: münchner kammerspiele am 28. september 2007, neues haus um 20h

tickets: 089 233 966 00

bühne: janina audick
kostüme: daniela selig
dramaturgie: ruth feindel
musik: arvild baud
licht: björn gerum

mit: tabea bettin, karin pfamatter, lasse myhr, steven scharf, sebastian weber

Im Hotel Muniria tippte Jack Kerouac für William Burroughs “Naked Lunch” in die Maschine, der mit erbitterter Eifersucht Ginsbergs Freund Peter verfolgte, die in einer hässlichen Szene mit Messer und Machete mündete. Man zog durch die Medina und die Bordelle und aß Burroughs Haschischkonfekt Majoun, das selbst Drogenerfahrene in die Paranoia trieb. Woolworth-Erbin “Poor Little Rich Girl” Barbara Hutton feierte in ihrer Villa Sidi Hosni berauschende Parties. Die meisten kamen und gingen, Paul Bowles blieb und starb in der weißen Stadt. Tanger, wo für wenig Geld alles zu haben war, Drogen, Körper und Träume, war einst der Sehnsuchtsort einer langen Karawane von heimatflüchtigen Schriftstellern und Bohemiens, die sich aus repressiven gesellschaftlichen Normen und dem Korsett aufgeklärt nüchterner Vernunft befreien wollten.
Für Afrikaner liegt Europa nirgends so nahe. Und doch bleiben die vierzehn Kilometer Distanz für die meisten unüberwindbar. Das Tor zu Afrika als Schnittstelle kontroverser Sehnsüchte macht Barbara Weber nun zum Thema eines Theaterabends im Neuen Haus der Kammerspiele, der den Tanger-Mythos von heute aus reflektieren will. Fünf Schriftsteller treffen auf den Spuren von Jane und Paul Bowles, der Beat Generation und der Hippies auf Menschen, deren Glückstraum Europa heißt.
Mit “Tanger unplugged” führt die Schweizerin und designierte Leiterin des Theaters am Neumarkt ihre “Unplugged”-Arbeiten mit dem Autor Mike Müller fort, die sie selbst als “schlampiges Dokumentartheater” bezeichnet. Dessen ursprüngliche Regeln - maximal zwei Wochen Probezeit und “Requisiten, die in zwei Türkentaschen passen” – hält sie dabei nicht mehr streng ein. “Es wäre verrückt, seine eigenen Konstruktionen zum Gefängnis zu machen”, meint sie. “Es wird gewissermaßen ein Unplugged-Abend de luxe."
Inhaltlich zielt er wie “Jacko unplugged” oder “RAF unplugged” auf die “Dekonstruktion moderner Mythen”. Mythen allerdings, die längst verschattet sind. “Ich suche bewusst Themen”, erklärt sie, “die bereits medial, journalistisch, soziologisch und philosophisch bearbeitet wurden.”
Neben literarischen Texten fließen theoretische ein wie Navid Kermanis Essay “Nach Europa”. Ein Theater-Trip mit Zeitsprüngen soll es werden über die Sehnsucht Grenzen zu überschreiten.
Der Versuch dem westlichen Materialismus zu entfliehen, mündet immer wieder in postkolonialistische Strukturen. Er habe aus den Mülleimern der Ausländer (gut) gelebt, erklärte schon Mohamed Chourki, der sich zeitweise als Stricher durchschlug und dessen mit der Hilfe Paul Bowles veröffentlichter Roman “Das nackte Brot” das finstere Gesicht der weißen Stadt zeigt.
“Es herrschen harte kapitalistische Ausbeutungsverhältnisse”, so Weber, “insbesondere auf dem Liebesmarkt.”
Zu dem Material, das sie für ihre - wie sie es nennt - "Plastiktektonikchoreografie" - verwendet, gehört auch Simon Bischoffs "Mein süßer kleiner Arsch", ein Dokumentarfilm über einen Pensionär, der sich im Schwulensex-Paradies Jugend und Schönheit kauft. Allein manch einen kommt die käufliche Liebe "emotional teuer zu stehen". Schließlich macht Armut nicht notwendig herzensgut und aufrichtige Gefühle sind im Preis nicht inbegriffen.
“Ich schicke", so Weber, "die Figuren in ein Spiegelkabinett, in dem sie den eigenen und fremden Sehnsüchten, Bedürfnissen und Ängsten begegnen.” Das zweistöckige Bühnenbild ist “Hotel, Wartesaal und Barbara Huttons Villa in einem.” Ein Ort des Rausches, der Ekstase, des Deliriums, über dem ein Totenkopf hängt.
Premiere: 28.09.2007
MÜNCHNER KAMMERSPIELE
mike müller
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BILD NO. 2
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BILD NO.1
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BILD No.3
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BILD No.3
TANGER UNPLUGGED  /// Münchner Kammerspiele PREMIERE AM 28. SEPTEMBER 20H ///
KEBAB von Gianina Carbunariu  /// Münchner Kammerspiele ///
fassbinder unplugged  /// Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt 21.12.06 ///
Das Leben ist Traum von Calderon de la Barca  /// Premiere am 24. November 2006 um 19h am Schauspiel Essen ///
VIKTOR! Happiness is a warm gun nach Roger Vitrac  /// Salzburger Festspiele 30. Juli 2006//Theater Freiburg ///
Radikalisierungsgeisterbahn  /// Münchner Kammerspiele bunnyhill 12./13. Mai 2006 ///
JACKO-unplugged  /// Theaterhaus Gessnerallee, "auawirleben" Bern, Hebbel Am Ufer, Berlin ///
paultschi-unplugged  /// Volkstheater Wien ///
Les Syrènes nach Homer  /// Rote Fabrik, Zürich ///
X-Wohnungen  /// Hebbel Am Ufer, Berlin ///
RAF-unplugged  /// Hebbel Am Ufer, Berlin, IMPULSE 05, Theaterhaus Gessnerallee, Zürich ///
Sauerstoff von Iwan Wyrypajew  /// Münchner Kammerspiele ///
Endstation Sehnsucht von Tenessee Williams  /// Schauspielhaus Graz ///
stars unplugged no. 2 "mother t."  /// Theaterhaus Gessnerallee, Zürich ///
Heidi nach Johanna Spyri  /// mit Fabienne Hadorn, Gustavo Nanez, Michael Finger ///
ponyhof nach dem Film "Rote Sonne"  /// 2004 Theaterhaus Gessnerallee, Zürich ///
stars unplugged no. 1 "britneyland"  /// Theaterhaus Gessnerallee, Zürich ///
hollywood unplugged-Die lange Nacht  /// Theaterhaus Gessnerallee, Hebbel Am Ufer, Berlin, Mousonturm, Frankfurt ///
hollywood unplugged no. 3 "star wars"  /// Deutsches Schauspielhaus, Hamburg; Theaterhaus Gessnerallee, Zürich ///
Die Arabische Nacht von Roland Schimmelpfennig  /// Theater an der Winkelwiese, Schweizer Erstaufführung ///
hollywood unplugged no. 4 "titanic"  /// Koproduktion Deutsches Schauspielhaus Hamburg und Theaterhaus Gessnerallee Zürich ///
hollywood unplugged no. 1 "bonnie&clyde"  /// Theaterhaus Gessnerallee, Zürich ///
Trommeln in der Nacht von Bertolt Brecht  /// Theater am Neumarkt/ Kampnagel Hamburg 2001 ///
hollywood unplugged no. 2 "rocky"  /// Theaterhaus Gessnerallee, Zürich ///

geplante Produktionen